Gabi (von den Tierfreunden Niederbayern) hat mir neulich eine Geschichte geschrieben, die passt so genau zum Thema "Schenken", dass sie hier erzählt gehört.... ...der alte Prinz hatte eine ähnliche Geschichte: 6 Jahre in einem Holzverschlag, dann 4 Jahre in einem Tierheim-Zwinger. Prinz hatte einen echten Zwingerkoller, er drehte sich stundenlang im Kreis und bellte (das Tierheimpersonal hat ihn mal geschlagene 3 Stunden im Stück beobachtet). Er hat sich auch den Schwanz abgefressen bis auf einen kurzen Stummel. Dann hat ihn ein Ehepaar adoptiert. Das damalige Tierheim war im Freudentaumel, täglich sahen sie einen alten aber überglücklichen Prinz mit seinen Leuten Gassi gehen. Nach einem Jahr hatten die Leute Eheprobleme, sie gaben Prinz ins Tierheim zurück in der Hoffnung, dass sie ihre Beziehung retten könnten, wenn sie "Ballast abwerfen". Das Tierheim-Personal war sich einig: Bevor sie den Prinz wieder in den Zwinger stecken würden, wäre es besser, ihn einschläfern zu lassen. Er war damals 11 Jahre alt. Wir haben ihn nach Guntersdorf genommen. Er war ein unglaublich guter Hund, hatte alle guten Seiten vom Schäferhund. Und nach einem Jahr Guntersdorf wurde er sogar noch adoptiert - von Rebekka, die er sich selbst "ausgesucht" hatte. Rebekka und ihr Freund hatten fieberhaft nach einem Haus gesucht, wo sie einen Hund haben durften, es war quasi ein Wettlauf gegen die Zeit, weil man wusste, er würde nicht mehr lange leben. Am Tag nach dem Umzug kamen sie hierher, den Prinz abzuholen. Und dort lebte er nochmal 11 Monate im Glück - was für ein Geschenk! Das letzte Foto von ihm zeigt ihn bei Rebekka im Garten inmitten von Magnolienblüten.
Geben und Schenken lernt man wie viele große Dinge nur durch Übung. Dann aber wird es eine der größten Lebensfreuden. (von Carl Hilty)